
Nachrichtenblatt der Gemeinde Altrip | Donnerstag, den 22. Dezember 1960 | 1. Jahrgang - Nummer 11
AN DIE BEVÖLKERUNG VON ALTRIP
Das Weihnachtsfest, das Fest des Friedens, steht wieder vor der Tür und bald nehmen wir Abschied vom Jahre 1960. Mit Dankbarkeit wollen wir dies tun, denn das Jahr 1960 brachte uns, wie die vergangenen Jahre, einen weiteren Schritt vorwärts im Wiederaufbau und in der Neugestaltung unserer Gemeinde.
Da in diesem Jahre die Gemeindevertretung neu gewählt wurde, ist es meines Erachtens am Platze, Rückschau zu halten über das Geleistete der alten Gemeindevertretung. Sie hat getan was in ihren Kräften stand und was unsere Finanzkraft bei sparsamster Haushaltsführung zuließ.
Im Jahre 1957 und 1958 wurden die Straßen im Hintendrobengebiet aufgefüllt, der Wasserturm und die Wasserturmuhr wurden instandgesetzt. Es folgten der Rathausverputz, die Schaffung einer neuen Warmwasserheizung in der Maxschule, neue Abortanlagen werden dort z. Zt. geschaffen. In der Ludwigsschule wurde eine moderne Schulküche eingerichtet, die auch unseren Hausfrauen zur Weiterbildung zur Verfügung steht. Die Gemeindebücherei wurde wesentlich vergrößert und in einem schönen Raum in der Schillerschule neu eingerichtet. Neben der Auffüllung des Hinterdrobengebietes wurde der verkehrsreichste Teil der Goethestraße zwischen Rheingönheimer- und Speyerer Straße vollständig ausgebaut und die Engels - und verlängerte Friedrichstraße mit Rinnen- und Randsteinen versehen. Für die Feuerwehr wurde ein Tragkraftspritzenfahrzeug und eine TS8 angeschafft, sodass sie jeder Gefahr herr werden kann. Durch die Einrichtung des Kulturfonds und der Durchführung des Fischerfestes durch die Gemeinde wurde die Vereins- und Gemeinschaftspflege wesentlich gefördert. Das gesamte elektrische Ortsnetz wurde auf 220 Volt umgestellt. Am elektrischen Ortsnetz wurden instandgesetzt und verstärkt:
Die Teilstrecken von Trafostation Schillerstraße, und zwar Friedrichstrasse bis Speyerer Straße, Karl-Max-Platz bis Neubaugebiet Hintendroben, dort vollständiger Ausbau. Teilstrecken von Ludwigsplatz bis Rheinstraße, Rheinstraße ganz und Römerstraße links. Die Teilstrecke Friedrichstraße bis Raststätte Hartmann ist z. Zt. noch im Bau. Die Straßenbeleuchtung in den Hauptverkehrsstraßen wurde erneuert, ebenso an verschiedenen anderen Stellen im Ort, wie auch im Neubaugebiet Hintendroben eine Straßenbeleuchtung angebracht wurde. Schließlich wurde die Kanalisation und Klaranlage in Angriff genommen. Die Fertigstellung des Hauptsammlers steht vor dem Abschluss und der 1. Teil der Kläranlage befindet sich im Bau.
Diese Leistungen waren nur möglich durch die Mitarbeit und Zusammenarbeit aller Fraktionen. Es soll auch hier noch einmal gesagt werden, dass in den letzten vier Jahren die Beschlüsse in den öffentlichen Sitzungen zu 97 % und die der nichtöffentlichen Sitzungen zu 98 % einstimmig gefasst wurden. Für die gleiche Zusammenarbeit haben sich auch die Fraktionen des neuen Gemeinderates ausgesprochen.
Mit Zuversicht wollen wir deshalb die Schwelle zum neuen Jahre überschreiten. Vor allem wollen wir hoffen, dass uns der Friede in der Welt erhalten bleibt zum Wohle der gesamten Menschheit und damit wir unsere Aufbauarbeit fortsetzen können. Im kommenden Jahre werden die Arbeiten an der Kanalisation und Kläranlage fortgeführt. Das Baugebiet "Blechlache" ist vermessen. Die Bauplätze dort werden bald vergeben und dürften nach Verlegung der Kanäle, der Wasserleitung und Auffüllung der Straßenzüge im Frühjahr zur Bebauung freigegeben werden können. Weitere Maßnahmen sind geplant. So ist zu hoffen, dass sich das kommende Jahr seinen Vorgängern würdig anschließt.
In diesem Sinne wünsche ich allen Einwohnern und Bürgern unserer Gemeinde ein frohes Weihnachtsfest und viel Glück und Gesundheit im neuen Jahr, sowie allen Kranken recht baldige Genesung.
gez. Lebherz
Bürgermeister


